

Über mich
Mich fasziniert die Antike nicht allein wegen ihrer monumentalen Bauwerke, ihrer Götterwelt oder ihrer großen Herrscher. Mich interessiert vor allem die Frage, was sich hinter dem unmittelbar Sichtbaren verbirgt.
Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit dem alten Ägypten, seinen religiösen Vorstellungen, seiner Symbolik und insbesondere mit der Zeit Hatschepsuts und Thutmosis’ III. Aus dieser Beschäftigung entwickelte sich zunehmend eine Forschungsfrage: Können Reliefs, Tempel und andere antike Kunstwerke neben ihrer historischen und religiösen Bedeutung noch eine weitere Ebene besitzen – eine Ordnung, die sich durch Maße, Zahlen, Proportionen und geometrische Strukturen ausdrückt?
Aus dieser Suche entstand schließlich das Ma’at Project.
Zwischen Geschichte und verborgener Ordnung
Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht die Ma’at – das altägyptische Prinzip von Wahrheit, Gerechtigkeit und kosmischer Ordnung. Für mich bietet sie zugleich einen Ausgangspunkt, um die Welt der Antike aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.
Meine Untersuchungen verbinden deshalb historische und ikonographische Betrachtungen mit eigenen Vermessungen sowie proportionalen und geometrischen Analysen. Dabei interessieren mich besonders wiederkehrende Strukturen: Zahlenverhältnisse, Achsen, Winkel und geometrische Beziehungen, die an unterschiedlichen Reliefs oder Bauwerken erneut in Erscheinung treten.
Ich verstehe diese Arbeit bewusst als explorative Forschung. Eine mathematische Übereinstimmung ist zunächst eine Beobachtung und noch kein Beweis für eine bewusste historische Konstruktion. Entscheidend ist für mich deshalb die Frage, ob sich ein Muster wiederholen, vergleichen und in einen größeren Zusammenhang einordnen lässt.
So entsteht aus einzelnen Beobachtungen nach und nach eine Spurensuche zwischen Geschichte, Symbolik, Mathematik und Geometrie.
Forschung trifft Literatur
Meine Bücher sind aus derselben Suche entstanden, verfolgen jedoch unterschiedliche Wege.
Mit „Hüter der Ma’at“ nähere ich mich der Epoche Hatschepsuts und Thutmosis’ III. über einen historischen Roman. Geschichte, Religion und altägyptische Kosmologie verbinden sich darin mit der Frage, welche Bedeutung die göttliche Ordnung für Königtum, Tempel und Einweihung besessen haben könnte.
„Ordnung der Ma’at“ wechselt anschließend von der erzählerischen auf die analytische Ebene. Im Zentrum stehen die Löwenreliefs aus der Zeit Hatschepsuts und Thutmosis’ III. sowie die Frage, ob ihre Gestaltung mathematischen und geometrischen Ordnungsprinzipien folgt.
Mit „Zwischen den Löwen – Daniels Suche nach der göttlichen Ordnung“ erweitert sich schließlich der Blick über Ägypten hinaus. Der Roman führt nach Babylon und stellt die Frage, ob sich hinter den unterschiedlichen Ausdrucksformen antiker Kulturen möglicherweise verwandte Vorstellungen von Ordnung, Erkenntnis und kosmischen Gesetzmäßigkeiten erkennen lassen.
Damit ergänzen sich meine Bücher gegenseitig: Geschichte wird erzählt, Strukturen werden untersucht und daraus entstehen neue Fragen.
Was mich antreibt
Ich möchte bekannte Zeugnisse der Antike nicht nur betrachten, sondern sie aus ungewohnten Perspektiven neu befragen. Dabei geht es mir nicht darum, fertige Antworten vorzugeben. Mich interessiert vielmehr jener Moment, in dem eine Beobachtung eine neue Frage entstehen lässt.
Warum erscheint eine bestimmte Proportion wiederholt? Warum wurde ein Motiv genau an dieser Stelle platziert? Welche Bedeutung besaß der Löwe? Wo endet gestalterischer Zufall – und wo könnte bewusste Ordnung beginnen?
The Ma’at Project ist aus dieser Neugier entstanden. Es verbindet meine Bücher, meine Analysen und meine laufenden Forschungsprojekte mit dem Ziel, Beobachtungen nachvollziehbar zu dokumentieren, Hypothesen zur Diskussion zu stellen und einen Teil dieser Arbeit als Freies Wissen öffentlich zugänglich zu machen.
Denn vielleicht liegt das Faszinierendste an der Antike nicht allein in dem, was wir bereits über sie wissen – sondern in den Fragen, die wir noch nicht gestellt haben.




